Interesse an einem Auslandspraktikum? Vera erzählt von ihren Erfahrungen

Vera hat am Ende des 6. Semesters (2016) ein vierwöchiges Praktikum bei einer französischen Kanzlei gemacht. Nach dem 2. Semester (2014) konnte sie bereits Erfahrungen in einer britischen Kanzlei sammeln. Im Folgenden berichtet sie über diese Auslandserfahrungen, erzählt was sie besonders interessant fand und inwieweit die Praktika ihr für ihren weiteren Lebensweg geholfen haben bzw. helfen werden.

Praktikum im Ausland? Na klar!

Meine Motivation? Fremdsprachliche Fähigkeiten verbessern, Einblicke in andere Rechtsordnungen erhalten, sich in der Fremde zurechtfinden, meine Persönlichkeit stärken, den Abschluss im Nationalen und Europäischen Wirtschaftsrecht an der Ruhr-Universität Bochum erhalten und vielleicht dem Traum von einer Tätigkeit in einer international agierenden Kanzlei ein Stückchen näherkommen.

Wie findet man ein Praktikum im Ausland?

Ein Praktikum im Ausland zu finden ist eigentlich nicht weniger einfach oder schwer als in Deutschland. Es braucht natürlich zusätzlich noch ordentliche Fremdsprachenkenntnisse aber ansonsten gilt auch hier: Kanzleien suchen, Anschreiben und Lebenslauf verfassen und mutig drauf los bewerben. Initiativ-Bewerbungen sind übrigens insbesondere in Frankreich sehr gefragt.

Eine Zusage in der Tasche und eine Unterkunft gefunden? Prima, dann kann es ja losgehen!

Wenn man mich fragen würde, was ich allen Praktikanten in einer (ausländischen) Kanzlei empfehle, dann ist das Offenheit gegenüber den Mitarbeitern und neuen unbekannten Rechtsgebieten, Aufgaben u.v.m. gepaart mit dem Mut, konkret nach Dingen zu fragen, die man gerne kennenlernen würde, z.B. ein favorisiertes Rechtsgebiet oder die Funktionsweise eines bestimmten Gerichts. Und sowieso: Fragen ist meiner Meinung nach das A und O, egal ob es sprachliche oder inhaltliche Unklarheiten gibt, oder ob man eine neue Aufgabe sucht. Übrigens habe ich die spannendsten, anspruchs- und verantwortungsvollsten Aufgaben nur bekommen, weil ich immer wieder explizit nach Aufgaben gefragt habe, davon bin ich überzeugt.

Natürlich gilt das für alle Praktika, egal ob in Deutschland oder im Ausland und auch egal, ob in einer Kanzlei, einem Unternehmen oder einer Behörde. Aber die Chance für ein Auslandspraktikum bekommt man vielleicht so schnell nicht wieder und i.d.R. hat man selbst bei einem binationalen Studium wie im Nationalen und Europäischen Wirtschaftsrecht mit einem Auslandsjahr in Tours vieles vorher noch nie gehört.

Mein letzter Tipp für euch ist noch, dass ihr möglichst unvoreingenommen an eure Aufgaben herangehen solltet. Die besten Argumente für die Mandanten habe ich gefunden, wenn ich mir einen Gesamtüberblick über die Lage verschaffen konnte, weil man so mögliche Schwierigkeiten sowie Gegenargumente entdeckt.

Ich würde mein Praktikum insbesondere bei der französischen Kanzlei jederzeit wieder machen, da ich durch und durch positive Erfahrungen gemacht und persönlich davon profitiert habe. Also seid mutig und offen und bewerbt euch mal im Ausland. Und zwar ganz unabhängig davon, ob das in eurem Studium sowieso vorgesehen ist oder ihr klassisch Jura mit Staatsexamen studiert! Übrigens werden Auslandspraktika als Pflichtpraktika gemäß § 8 Abs. 2 JAG NRW anerkannt. Im Zweifel einfach nochmal beim zuständigen JPA nachfragen.

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