Donnerstag, September 21
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Prüfungsreihenfolge der Anspruchsgrundlagen

Je tiefer man sich im Jurastudium befindet, desto mehr Anspruchsgrundlagen lernt man über die verschiedenen Teile des BGB kennen. Damit nicht jeder kreuz und quer prüft (und um sich viel Arbeit zu ersparen) gibt es eine Reihenfolge, die eingehalten werden muss. Diese schaut so aus:

  1. Vertraglich
  2. Quasi-Vertraglich
  3. Sachenrechtlich (auch dinglich)
  4. Deliktisch
  5. Bereicherungsrechtlich

Die Reihenfolge kann man sich auch wunderbar mit einer kleinen Eselsbrücke merken: „Viel quatsch schreibt der Bearbeiter“.

  1. Vertraglich
    1. Primäransprüche (Vertragserfüllung)
      1. §§ 433, 488, 535, 611 BGB
    2. Sekundäransprüche (Schadens-/ Aufwendungsersatz)
      1. §§ 280 ff., 323 ff., 434 ff. BGB
    3. Tertiäransprüche (Ersatz/ Surrogate)
      1. § 285 BGB
  2. Quasi-Vertraglich
    1. C.i.c – culpa in contrahendo
      1. §§ 311 II, 241 II BGB
    2. GoA – Geschäftsführung ohne Auftrag
      1. §§ 677 ff. BGB
    3. Haftung des Falsus Procurator 
      1. § 179 BGB
    4. Schadensersatzpflicht des Anfechtenden
      1. § 122 BGB
  3. Sachenrechtlich (auch dinglich)
    1. Primäransprüche
      1. §§ 985, 1007 I, II, 861, 1004 I BGB
    2. Sekundäransprüche
      1. §§ 987 ff. BGB (Nutzungsersatz)
      2. §§ 989 ff. BGB (Schadensersatz)
  4. Deliktisch
    1. Gefährdungshaftung
      1. §§ 833 S. 1 BGB
    2. Vermutetes Verschulden
      1. §§ 831, 832, 833 S. 2, 834 BGB
    3. Verschuldunghaftung
      1. §§ 823 I, II, 826 BGB
  5. Bereicherungsrechtlich
    1. §§ 812 ff. BGB
Van studiert Jura an der Ruhr-Universität Bochum. Neben dem Studium, liegen seine Leidenschaften in Web 2.0, Volleyball- und Fitnesstraining und Kultur. Außerdem mag er Katzen.
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3 Kommentare

  • Lida

    Die Frage, die sich mir weiterhin stellt, ist bezogen auf die Reihenfolge der Sekundäransprüche

    -Schadensersatz
    -Nutzungsersatz
    -Veräußerungserlös
    -Surrogate
    -Wertersatz

  • Dominik

    Warum eigentlich diese Reihenfolge? (Achtung: Wissensprostitution!)

    1. Diese Reihenfolge bei der vertragliche Ansprüche zu Anfang geprüft werden, verwirklichen das Grundprinzip der Privatautonomie am Besten und kommt den Wünschen der Vertragsparteien am nächsten.

    2. Die einzelnen Institute beeinflussen sich gegenseitig: Ein vertragliches Schuldverhältnis stellt einen Rechtsgrund i.S.d. § 812 BGB dar und eine GoA kommt dann ebenfalls nicht mehr in Betracht.

    P.S.: Die Reihenfolge von deliktischen und bereicherungsrechtlichen Ansprüchen ist nicht zwingend und sollte vom Sachverhalt abhängig gemacht werden.

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