Donnerstag, September 19

Jessup 2016 – Ein Erfahrungsbericht von Max, Teilnehmer des Team Bochum – Teil 4

 

Im ersten Teil geht es um
  • Was ist ein Moot Court?
Im Zweiten Teil erzähle ich euch
  • Was braucht man für die Teilnahme an einem Moot Court?
Im Dritten Teil geht es dann um
  • Meine Erfahrungen im Moot Court
Schließlich beende ich meinen Erfahrungsbericht mit dem Schwerpunkt
  • Lohnt sich ein Moot Court?

Lohnt sich ein Moot Court?

Ich schätze mal die Beantwortung dieser Frage hat sich weitestgehend im letzten Abschnitt erledigt. Nichts desto trotz möchte ich an dieser Stelle einmal alle Vorteile aufzählen, denn auf den ersten Blick wirken die Anforderungen, die so ein Wettbewerb an die Teilnehmer stellt trotz der weit überwiegenden Vorteile abschreckend. Also: Zunächst einmal könnt ihr euch sicher sein, dass ihr entweder ein neues Rechtsgebiet erlernen, oder ein bekanntes derart vertiefen werdet, dass ihr euch mit Fug und Recht als Experten für die Fragen, um die sich der Fall dreht, bezeichnen könnt. Außerdem wird euer juristisches Denken (und je nachdem auch eine Fremdsprache) über sich hinauswachsen. Der Perspektivwechsel von der richterlichen zur anwaltlichen Perspektive hilft euch, neue Argumente und neue Argumentationsstrategien zu entwickeln, die euch nicht nur in Klausuren, sondern auch an vielen anderen Stellen im Leben hilfreich sein werden. Diese Fähigkeit und natürlich auch die gesammelte Erfahrung machen euch zudem für Arbeitgeber enorm interessant. Die Teilnahme an einem Moot Court beweist einiges: Ihr seid teamfähig, belastbar, ehrgeizig, fachlich kompetent, könnt souverän und überzeugend auftreten und außerdem juristisch arbeiten.

Da wir gerade bei Arbeitgebern sind: Die Moot Courts werden von Großkanzleien und Verlägen gesponsert, die selbstverständlich ihre Vertreter entweder auf die Richterbänke, oder unter die Zuschauer schicken. Auch echte Richter, Professoren, Angestellte bei NGOs und viele weitere interessante Personen sind immer bei Moot Courts vertreten. Teilweise sogar Leute, denen ihr im normalen Leben gar nicht begegnen würdet, wie z.B. amtierenden Richter/innen an internationalen Gerichtshöfen oder am Bundesverfassungsgericht. Die entsprechenden Kontakte knüpft man aber nicht notwendigerweise förmlich und verhalten, sondern möglicherweise sogar auf einer der ausgezeichneten Partys und Dinner, die im Rahmen des Moot Courts organisiert werden. Neben der professionellen Ebene lernt ihr auch neue Leute kennen, die zu euren Freunden werden können. Unser Team ist sich beispielsweise als fünf Fremde zum ersten Mal begegnet, aber der Wettbewerb hat uns fest zusammengeschweißt. Auch außerhalb des eigenen Teams sind enge Verbindungen entstanden. Die Liste ließe sich noch lange und detaillierter fortführen, aber am besten ist, ihr findet selbst heraus, wie sie weitergeht! Für all das müsst ihr zwar Zeit aufwenden, aber die geht euch im Regelfall nicht für den Freiversuch im Examen verloren.

Vielleicht hat der/die ein oder andere bemerkt, dass ich Laufe des Schreibens immer stärker ins Schwärmen geraten bin und das, obwohl der Wettbewerb jetzt schon eine ganze Weile her ist und mich der Alltag des Studiums wieder eingeholt hat. Ich kann mit Zuversicht behaupten, dass die Teilnahme am Moot Court alles in allem das beste Erlebnis meines Studiums war und sich wahrscheinlich auch nur schwierig von einem 18 Punkte Examen toppen lassen würde. Im nächsten Durchgang werde ich das neue Team an der Uni als Student-Coach mit betreuen, um mit dem Jessup Moot Court verbunden zu bleiben. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja eines Tages vor „Gericht“!

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.